Die Drake-Passage: was dich erwartet.
Hab keine Angst davor. Man übersteht sie immer. Das musst du wissen, bevor du sie überquerst — inklusive des Kabinentipps, den dir niemand verrät.
Die Drake-Passage kennt nur zwei Zustände, wie Expeditionsseeleute es beschreiben: den „aufgewühlten Drake" oder den „Drake-See" — Letzterer ist ziemlich selten. Du kannst auf Wellen von bis zu 15 Metern und Windböen von bis zu 160 km/h treffen. Aber sobald du die geschützten Gewässer der Antarktischen Halbinsel erreichst, verschwinden die Effekte schnell.
Von Matias Puga · 20 Jahre Erfahrung mit Expeditionen zum weißen Kontinent · Aktualisiert August 2026
600 Seemeilen offener Ozean.
Pro Strecke — Hin- und Rückfahrt.
Beim „aufgewühlten Drake".
Der „Drake-See" ist selten.
Was ist die Drake-Passage?
Es ist die Wassermasse, die Kap Hoorn von den Süd-Shetland-Inseln trennt — rund 1.000 km offener Ozean, wo Atlantik, Pazifik und Südpolarmeer aufeinandertreffen. Mit 600 Seemeilen ist sie die stürmischste Meerenge des Planeten: Der Antarktische Zirkumpolarstrom fließt ungehindert von jeder Landmasse von West nach Ost und transportiert durch diesen Engpass rund 600-mal so viel Wasser wie der Amazonas. Die Überquerung dauert etwa 48 Stunden pro Strecke.
Werde ich auf der Drake-Passage seekrank?
Jeder kann seekrank werden, ohne Ausnahme — sogar der Kapitän, der im obersten Teil des Schiffs schläft und die Schwankungen intensiver spürt. Das Schiff kann sich um bis zu 30 Grad zur Seite neigen. Es gibt keine Möglichkeit, im Voraus zu wissen, wie du reagieren wirst: Manche schließen sich während der 2-tägigen Überfahrt in der Kabine ein, andere bevorzugen die Gemeinschaftsräume, und manche spüren kaum Symptome. Wichtig ist, vorbereitet zu sein — nicht, es vorherzusagen.
Welches Medikament wirkt am besten gegen Seekrankheit?
Am wirksamsten ist Scopolamin als transdermales Pflaster: Es wird 4 Stunden vor dem Ablegen hinter dem Ohr angebracht, wirkt 3 Tage lang mit gleichmäßiger Wirkstofffreisetzung und verursacht selten Müdigkeit. Orale Alternativen sind Dramamine (Meclizinhydrochlorid, wirkt 24 Stunden) und Phenergan (Promethazin, stärker sedierend, wirkt 12 Stunden). Das ReliefBand Voyager — ein von der FDA zugelassenes elektronisches Armband — ist eine gute ergänzende Option oder für alle, die lieber auf Medikamente verzichten. Sprich vor der Reise immer mit deinem Arzt und bring deine eigenen Medikamente mit: Die Schiffe haben eine Krankenstation an Bord, garantieren aber keine bestimmte Marke.
| Option | Format | Wann einnehmen | Wirkdauer |
|---|---|---|---|
| Scopolamin | Transdermales Pflaster | 4 Stunden vor dem Ablegen | 3 Tage |
| Dramamine (Meclizin 25 mg) | Oral | Bis zu 1 Stunde vorher | 24 Stunden |
| Phenergan (Promethazin 25 mg) | Oral, stärker sedierend | 1 Stunde vorher | 12 Stunden |
| ReliefBand Voyager | Elektronisches Armband (FDA-zugelassen) | Vor Auftreten der Symptome | Kontinuierlich |
| Ingwer | Nahrungsergänzung, Tee oder Kekse | Unterstützend | — |
Die Schiffe haben einen Arzt und eine Krankenstation an Bord, können aber keine bestimmte Marke garantieren. Bring deine eigenen von zu Hause mit und sprich vor der Reise mit deinem Arzt.
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Praktische Tipps während der Überfahrt
- Am Tag vor der Überfahrt: iss leicht, meide Alkohol und fettiges Essen.
- Beim Auslaufen nutze den ruhigen Beagle-Kanal, um frische Luft zu schnappen.
- Bei Übelkeit lege dich hin, mit einem Kissen, das den Kopf ruhig hält.
- An Deck schau zum Horizont und halte dich an einer festen Reling fest.
- Bleib hydriert. Die Augen zu schließen hilft, ebenso Ingwer.
- Am wichtigsten: Denk daran, dass die Drake-Passage endet. Immer.
Welche Kabine solltest du wählen, um die Drake-Passage weniger zu spüren?
Die günstigste, nicht die teuerste. Auf Expeditionsschiffen liegen die preiswerten Kabinen weiter unten und näher an der Schwingungsachse des Schiffs — und nach den Gesetzen der Physik gilt: je näher an der Achse, desto weniger Bewegung spürst du. Die teuren Kabinen liegen oben, mit besserer Aussicht, aber dort spürt man das Schwanken stärker. Der eigentliche Unterschied zwischen einer 6.000-USD-Kabine und einer 12.000-USD-Kabine ist vor allem die Aussicht aus dem Fenster, nicht der Komfort während der Überfahrt.
Diese Erkenntnis spart Geld und widerspricht komplett der Intuition: Wenn dich die Seekrankheit beunruhigt, kann die günstigste Kabine die bequemste für die Drake-Passage sein — die Suiten mit Blick zum Horizont bezahlst du mit einer ordentlichen Portion Schwanken. Und denk daran: Während der Expedition verbringst du die meiste Zeit an Deck, in den Gemeinschaftsräumen oder bei den Anlandungen, nicht eingesperrt in der Kabine. Mehr dazu, wie man Schiff und Kabine wählt: wie man das Schiff wählt.
Die Drake-Passage ist Teil der Reise. Der Rest der Planung auch.
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